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Finanzkrise: Hoffnung und Sorge

FES-Veranstaltung zur Finanzkrise - Eröffnung durch Petra Wilke

Eröffnung durch Petra Wilke (Landesbüro der Friedrich-Ebert-Stiftung)

24. Juni 2010 0 Kommentare

Die rasche Abfolge von Finanzkrisen hat viele ehemalige Gewissheiten durcheinandergewirbelt. Wirtschaft und Politik „fahren auf Sicht“ - es gibt Anlässe für einen vorsichtigen Optimismus, aber auch manchen Grund zur Sorge. Das ist das Fazit einer Diskussionsrunde mit Torsten Windels (Nord/LB), Axel Plein (Premium Aerotec Varel) und Jürgen Krogmann (SPD), die von der Friedrich-Ebert-Stiftung veranstaltet wurde.

„Lehman, Island, Griechenland, Euro-Krise – was kommt jetzt?“ lautete der Titel der Veranstaltung. Den fachlichen Einstieg in die Diskussion lieferte Torsten Windels, Chefökonom der Nord/LB. Als einen möglichen Grund der Krise nannte er die Bereitschaft der Finanzwelt, mit „Produkten“ wie den „giftigen“ Kredit-Wertpapieren zu handeln, die man nicht verstanden hat. Die Wurzeln sah er in den USA, wo vor 2007 niedrige Zinsen und steigende Immobilienpreise zum Anwachsen einer Blase geführt haben.

FES-Veranstaltung zur Finanzkrise - Plein, Krogmann, Nehls, Windels

v.l.n.r.: Axel Plein, Jürgen Krogmann, Ulrike Nehls, Torsten Windels

In der Diskussion, die von Ulrike Nehls (NDR Oldenburg) geleitet wurde, sollten auch die regionalen Auswirkungen der Krisen beleuchtet werden. Axel Plein, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender von Premium Aerotec Varel, berichtete, dass in der Luftfahrtindustrie eine Zurückhaltung der Staaten bei den Forschungsaufwendungen und der Auftragsvergabe spürbar sei, ebenso Schwierigkeiten, für jeden Schritt eines Großprojekts immer die notwendigen Kredite zu erhalten. Im Vergleich zu anderen Regionen, so Jürgen Krogmann, sei allerdings das Flächenland Niedersachsen und insbesondere der Nordwesten relativ wenig von der Finanzkrise betroffen.

Windels zeigte sich beeindruckt, dass bislang die deutsche Wirtschaft insgesamt so robust dasteht. Skeptisch zeigte er sich dagegen, ob in der jetzigen Situation ein scharfer Sparkurs, wie ihn die Bundesregierung vertritt, das richtige Mittel sei. „Wenn der Patient tot ist, ist nichts gewonnen“, so seine Position. Allerdings, so Windels, „kann man hier über vieles trefflich streiten.“ „Wir fahren auf Sicht“, beschrieb Krogmann die Situation in der Politik. Er mache sich vor allem Sorgen um die kommunalen Finanzen, die in den kommenden Jahren massiv unter Druck geraten könnten. Die SPD werde sich dafür stark machen, dass die Handlungsfähigkeit der Kommunen erhalten bleibe.


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